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Plädoyer für ein modernes Glaubensverständnis
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Evolution und Schöpfung in neuer Sicht (Gebundene Ausgabe) Rechtzeitig zum Darwin-Jubiläumsjahr hat der Verlag Butzon & Bercker mit diesem Titel eine der bemerkenswertesten Publikationen zu einer zentralen Frage eines modernen Glaubensverständnisses vorgelegt. Der Konflikt zwischen Schöpfungsglaube und Evolution ist überraschend heftig wieder aufgeflammt. Prominente Biologen (Richard Dawkins u.a.) vertreten einen aggressiven Atheismus, während die Vertreter eines 'Intelligent Design' beweisen wollen, dass bestimmte Phänomene nur durch Gottes planendes Gestalten zu erklären sind. Hans Kessler zeigt, was die Bibel tatsächlich über den Menschen, die Welt und Gott aussagen will. Seine Ausführungen zu den Schöpfungsaussagen der Bibel, insbesondere in den beiden großen Schöpfungstexten des Buches Genesis, gehören zu den gelungensten Passagen des Buches. Ohne die Leser mit allzu viel Details der exegetischen Forschung zu langweilen, arbeitet er die wesentliche Aussageabsicht heraus und macht die Texte transparent auf die Glaubenserfahrung, aus der sie entstanden sind. Und ebenso macht er klar, dass die Wirklichkeit umfassender ist als das, was die Naturwissenschaften erfassen können. Unser evolutives Verständnis der Welt kann sehr wohl in einen Glauben an Gott als den letzten Grund der Wirklichkeit integriert werden! Hans Kessler ist Professor für Systematische Theologie in Frankfurt a.M. Er hat sich in seinen Publikationen stets auf die zentralen Fragen des christlichen Glaubens konzentriert. Kessler steht seit vielen Jahren in intensivem interdisziplinären Austausch zu Fragen um Glaube und Naturwissenschaften. Seinem Buch merkt man an, dass er bestens informiert ist und auf Augenhöhe mit Vertretern der modernen Naturwissenschaften diskutieren kann. Jenseits eines naiven Kreationismus, der Idee eines 'Intelligent Design' und eines naturwissenschaftlich motivierten Atheismus zeigt Hans Kessler überzeugend auf, dass und wie sich ein evolutives Weltbild in ein christliches Verständnis von Welt, Mensch und Gott integrieren lässt. Der mühsame Weg der Evolution hat sein Ziel letztlich in dem Gott, der seine Schöpfung zur Liebe in Freiheit ruft. Zu den stärksten Passagen des Buches zählen mit Sicherheit die grundlegenden Überlegungen zu Zufall und Zielgerichtetheit in der Evolution. Das Buch ist durchweg so geschrieben, dass man es ohne allzu viel theologisches Hintergrundwissen mit großem Gewinn lesen wird. Vor allem gehört es in die Hand von Seelsorgern, Pfarrern und Religionslehrer, weil es gerade für die Vermittlung eines modernen Glaubensverständnisses wichtige Klarstellungen und Hilfen anbietet.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 1. Juli 2009 | | | | | | | |
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