Grundinformation Altes Testament: Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments
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(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Grundinformation Altes Testament: Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments (Taschenbuch) Die scheinbar harmlos daherkommende "Grundinformation" entpuppt sich als eine wahrhafte Wundertüte. Die Konzeption, dass sich vier Spezialisten zusammengefunden haben und in äußerst knapper und prägnanter Weise einen Gesamtaufriss eines theologischen Faches bieten zollt schon große Beachtung. Der erste Teil von Angelika Berlejung mit Überlegungen zu Quellen und Methoden, sowie ein religionsgeschichtlicher Aufriss führen tief und schnell in die neuere Forschung ein. Sie dekonstruiert hier gezielt alte Forschungsmeinungen ohne sie abzuqualifizieren. Bisweilen aber ist die Informationsdichte so hoch, dass man den Überblick verliert und ein Nacharbeiten und Nachschlagen der neueren wie älteren Forschung unersetzlich macht. So ist dieser Teil brilliant, doch für einen Einstieg, wie es der Titel "Grundinformation" suggeriert, völlig ungeeignet. Auch der Aufbau und die teilweise untergründig geführte Diskussion macht ein rasches Fortkommen in diesem Teil fast unmöglich. Trotzdem wird die diskutierte Literatur nicht zum erschlagenden Faktum, sondern zu Versatzstücken der eigenen Durchdringung und setzt sich somit positiv von anderen gleichartigen Projekten wohltuend ab.

Der Teil von Jan Christian Gertz zu Tora und den vorderen Propheten erschließt die neuere Forschung in einer erfrischend kritischen Art und überfordert den Leser nicht mit der langatmigen und oft unnützen Diskussion um möglich Modelle. Diese Modelle werden in den hier präsentierten eigenen Ansatz produktiv integriert und diskutiert, aber genau wie bei Berlejunge nicht zum bloßen Selbstzweck. Auch hier werden die neusten Forschungsansätze mit der Diskussion um die traditionelle Auslegung korreliert. So wird der Leser nicht mehr mit der Theorie, der Diskussion und Datierung von E und J belastet. Vielmehr wird diese in den Ansatz von priesterlich und nicht-priesterlichen Texten überführt und anhand von literarischen Kompositionen expliziert. Auch die Theorie zum DtrG wird auf das nötigste herunter gebrochen, so dass auch hier in entsprechender Kürze ein guter Einblick gewährt wird. Die klare Gliederung in bibelkundliche Erschließung, Literar- und forschungsgeschichtliche Problemanzeige, Enstehung der jeweiligen Schrift, Theologie und Wirkungsgeschichte, die sich durch alle Teile, die sich mit den Schriften des AT beschäftigen, durchzieht, tun ein übriges für die Übersichtlichkeit.

Der von Konrad Schmid erstellte Teil zu den hinteren Propheten lässt kaum Wünsche offen, wenn es um die schnelle Erschließung dieses komplexen Teils des AT gibt. Die Auseinandersetzung zeichnet sich auch hier durch den Spagat zwischen Tradition und Innovation aus. Außerdem ist dieser Teil sehr flott geschrieben, ohne dabei verkürzend zu wirken. Auch eigene Ideen und Ansätze fließen mit ein, ohne den Eindruck zu vermitteln, der Autor würde gerne den Leser auf seine Seite holen wollen. Manchmal wünschte man sich an einigen Stellen mehr, aber auch hier liegt in der Kürze die Würze.

Der Teil zu den Schriften von Markus Witte ist eher klassisch gehalten und vermittelt schnell und verlässlich Informationen. Die Eindämpfung auf das wesentliche und die Einsprenkelungen der eigenen Meinung zeigen, dass hier dem Leser die eigenen Beschäftigung nicht abgenommen werden soll. Auch hier wird auf die neuste Forschung abgezielt und mit der eigenen Meinungsbildung beauftragt. Der Abschluß bilden die Überlegungen Gertz zu einer Theologie des AT, die viele Anregungen für eine weitere Beschäftigungen bieten und den Text in den Mittelpunkt stellen!

Was ist nun von diesem Buch zu halten?

Für einen Studienanfänger völlig ungeeignet. Aber für den, der schon in die faszinierende WElt des AT eingetaucht ist, eine wahre Fundgrube von Anregungen und Ideen. Das Buch lässt also kaum Wünsche offen, außer den, dass die Fülle solcher Bücher in neue Bücher übergehen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. Januar 2007
Kundenrezensionen:
3. Viel zu viel für wenig Platz (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Sehr gute Übersicht auch für theologische Laien
1. gute stoffsammlung
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